Schulsystem Neuseeland
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Schulsystem Neuseeland

Das neuseeländische Schulsystem

Das Schulsystem in Neuseeland ist in drei Bereiche unterteilt. Die Primary School ist mit unserer Grundschule vergleichbar, sie verfügt über 6 Schulstufen. Die Intermediate School fungiert als Mittelstufe und deckte die Schulstufen 7 und 8 ab. Unter Secondary School verstehen die Neuseeländer eine weiterführende Schule, die weitere 5 Klassenstufen (Schuljahr 9 bis 13) beinhaltet.

Die Intermediate School, wo Schüler der Mittelstufe unterricht werden, kann eine selbstständige Organisation sein oder als Teil der Primary School, der Secondary School oder einer Composite/Area School geführt werden. Die Composite/Area Schools, die alle drei Schultypen auf einem Campus vereinen, existieren vor allem in ländlichen Regionen Neuseelands.

Das Schuljahr in Neuseeland startet Ende Jänner und endet Mitte Dezember. Im Gegensatz zu Österreich, wo es zwei Semester gibt,  ist das Jahr auf neuseeländischen Schulen in vier Semester untergliedert. Term 1 dauert von Ende Jänner (bzw. auf manchen Schulen Anfang Februar) bis Mitte April. Nach den Osterferien beginnt Ende April Term 2, das Anfang Juli endet. Term 3 dauert von Mitte Juli bis Ende September und Term 4 von Mitte Oktober bis Mitte Dezember.

Jede Schule in Neuseeland verfügt über eine sehr weitreichende Selbstverantwortung und verschiedene Möglichkeiten zur Unterrichtsgestaltung. Während der eigentlichen Schulbildung können Schüler der Institutionen schon sogenannte Credits für bestimmte Qualifizierungszertifikate erwerben. Die Zugangsvoraussetzungen für Hochschulen werden außerdem weniger streng gehandhabt, als in Österreich. Damit die Schulen jedoch auf einem Level agieren, gibt der neuseeländische Staat nationale Richtlinien, Rahmenbedingungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen vor. Die Schüler bekommen außerdem während des Unterrichts Vorgaben, wie sie sich auf Prüfungen vorbereiten sollen (Term 4, Secondary School).

Die Klassengröße hängt natürlich von der Region ab. Normalerweise sind jedoch zwischen 19 und 24 Personen in einer Schulklasse. Der Unterricht beginnt gewöhnlich um 9 Uhr und wird täglich um 15 Uhr beendet. Es gibt am Vormittag, zu Mittag und am Nachmittag eine Pause. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Klasse in der Primary School zu stärken, werden die Schüler gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Im Gegensatz dazu, besteht in der Secondary School ein Kurssystem. Schüler, die in dieselbe Klasse gehen, nehmen an unterschiedlichen Kurs teilen und sind nicht ständig zusammen.

Zuständig für das Schulsystem in Neuseeland ist das Ministry of Education, welches auch die Rahmenbedingungen, das sogenannteNationale Curriculum, für alle Schulen festlegt. Die Bildungseinrichtungen müssen sich an den Grundsatzkatalog des Ministeriums halten. Aus dem Nationale Curriculum geht außerdem hervor, dass sich die Schulen auf den Erfolg und die Leistungen der einzelnen Schüler konzentrieren müssen. Wissengebiete, Anforderungen an den Schüler und Fähigkeiten, die erworben werden sollen, werden genauestens beschrieben. Die multikulturellen Begebenheiten der neuseeländischen Bevölkerung müssen von den Schulen ebenfalls berücksichtigt werden.

Zu den wesentlichen Wissensgebieten, die an Schulen unterricht werden müssen, gehören Sport (Health and Physical Education), Kunst (Arts), Sozialkunde (Social Sciences), Technik, Naturwissenschaften, Mathematik und Sprachen.
Außerdem soll jeder Schüler gewisse Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation (communication skills), Rechnen (numeracy skills), Information (information skills), Selbstmanagement (self-management), Konkurrenzdenken (competitve skills), Problemlösung (problemsolving skills), Soziales und Kooperation (social and cooperative skills), Sport (physical skills) und eigenständiges Lernen (work and study skills) erlangen.

Ausschlaggebend für das Curriculum sind ab dem 11. Schuljahr die Voraussetzungen zur Erreichung des „National Certificate of Edcuational Achievement“.

Für jedes Lerngebiet werden im neuseeländischen Schulsystem Standards festgelegt, die von den Schülern erreicht werden müssen. Sie beschreiben ganz genau, was der einzelne Schüler gelernt haben soll und dienen zur Beurteilung. Die Leistung des Schülers wird somit mit dem Lernstandard und nicht mit den Leistungen von Mitschülern verglichen. Durch das Kurssystem werden die Schüler nach ihrem Können eingestuft. Schüler, die in einem Gegenstand besonders talentiert sind, können so auf höherem Niveau lernen. Wer in einem Fach Probleme hat, bekommt in seinem Kurs mehr Aufmerksamkeit und hat nicht das Gefühl zurückzubleiben.

Die Schulen müssen den Eltern regelmäßig Bericht erstatten und angeben, inwieweit sich Schüler verbessert oder verschlechtert haben. Normalerweise erhalten die Eltern einen schriftlichen Bericht, persönliche Gesprächstermine mit Lehrern sind jedoch nicht unüblich.

Das „National Certificate of Educational Achievement“ wurde zwischen 2002 und 2004 in Neuseeland eingeführt. Es gibt die Voraussetzungen vor, die Schüler erfüllen müssen, um sich für die Sekundarstufe zu qualifizieren. Das NCEA kann auf unterschiedliche Weise in drei Levels durch die Teilnahme an verschiedenen Kursen erworben werden.

Die meisten Schüler in Neuseeland erreichen das NCEA am Ende der Secondary School. In den letzten drei Jahren dieser Schulart (Jahr 11 bis 13) haben sie genügend Kurse zur Verfügung, um den dritten und letzten Level des NCEA zu erreichen. Das Zertifikat hat ungefähr dieselbe Bedeutung wie die Matura in Österreich.

Anhand der Erfolge der Schüler können Schulen die Effizienz ihrer eigenen Lernprogramme kontrollieren. Diese Informationen sind wichtig für die Planung und Gestaltung neuer Lernprogramme. Aufgrund dieses vielversprechenden Systems schneidet Neuseeland in den PISA-Studien der OECD meistens relativ gut ab. In den letzten Jahren erreichten die Neuseeländer immer einen Rang unter den besten sechs Nationen.

Die guten Ergebnisse hängen auch mit dem vielseitigen System der Fächerauswahl zusammen. Die Neuseeländer legen großen Wert auf die Förderung von kreativen Köpfen, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Während die Klassen bis zum 9. Schuljahr noch in sechs Pflichtfächern (Englisch, Mathematik, Naturwissenschaft, Sport, Kunst und Technik) und zwei Wahlfächern (zum Beispiel Fremdsprachen) unterrichtet werden, nimmt die Zahl der Pflichtfächer zugunsten der Wahlfächer bis der 13. Schulstufe laufend ab. Danach können Schüler an den meisten Schulen ihren Stundenplan beinahe selbstständig zusammenstellen und sich auf die sechs bis acht Fächern konzentrieren, die ihnen am meisten liegen. Die neuseeländischen Schüler werden daher in viel weniger Fächern unterrichtet, als zum Beispiel ihre österreichischen Kollegen.